8 Mai Tag der Befreiung - Infopage zum 8. Mai 2005

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Texte [alte & neue]
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Interview mit Daniel J. Goldhagen aus der Jungle-World
Ein Gespräch mit dem Politologen Daniel Jonah Goldhagen über den 8. Mai, die deutsche Geschichtspolitik und Deutschland 60 Jahre danach.
"Es gibt in der Tat politische Bemühungen, Deutschland und die Deutschen in Opfer zu verwandeln und jenen gleichzusetzen, die im Zweiten Weltkrieg von Deutschen ermordet wurden. Dies muss zurückgewiesen werden. Wenn jemand einen Weltkrieg beginnt, wird er nicht unversehrt und unverletzt daraus hervorgehen. Das heißt nicht, dass alles, was die Alliierten taten, richtig und angemessen war. Es ist ebenfalls ein Verbrechen, wenn die erklärte Absicht einer militärischen Operationen darin besteht, Zivilisten zu töten. Einiges von dem Leid, das die Deutschen bei der Bombardierung und durch andere Dinge erlitten haben, muss anerkannt werden. Aber dies ist etwas anderes als der Plan, ein ganzes Volk auszurotten, den europäischen Kontinent zu erobern, Millionen Menschen abzuschlachten, um ein imperiales Reich zu errichten." (Goldhagen)
>>> das ganze Interview
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Redaktionskollektiv Georgi Konstantiniwitsch Shukov zum 'Gedenknationalismus' in Deutschland 2005
Zum 8. Mai 2005, dem 60. Jahrestag der Befreiung Europas von den Krauts, ist eine Zeitung erschienen, die verschiedene Aspekte des aktuellen deutschen Gedenknationalismus' beleuchtet. Hier können die Artikel heruntergeladen werden. Wer mag, kann sie gerne einzeln oder zusammen weiter verwenden.
Leitmotive des öffentlichen Gedenkens 2005
Tragedy of Errors »Der Untergang«
Sind wir nicht alle ein bisschen Opfer?
Vom Sieg über den Faschismus zum Gedenken der europäischen Lagererfahrung
Deutsche Historistische Mythen
Die gelayoutete Zeitung als [PDF*- 380kb ]
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Vortrag des [a:ka] Göttingen über deutsche Geschichtspolitik
German Gedenken
Was Deutschlands intellektuelle Opinion-Leader - unterstützt vom amerikanischen Antizionisten Norman Finkelstein - den Zionisten zum Vorwurf machen, haben sie tatsächlich selbst zustande gebracht: Sie haben das Erinnern an das deutsche Menschheitsverbrechen Auschwitz zu einer Sparte der Kulturindustrie gemacht. Was da von Guido Knopp & Co. allwöchentlich zwischen Vorabendquiz und der neuesten Rosamunde-Pilcher-Schmonzette präsentiert wird, ist nichts anderes als Infotainment. Und als solches wird es von den Zuschauern auch konsumiert: als willkommene Ablenkung von der Langeweile des spätkapitalistischen Alltagslebens. Hitler und tote Juden nach Feierabend werfen mindestens ebensoviel wohligen Grusel ab wie der Tatort am Sonntag. Was die sogenannte Tätergeneration immer erfolgreich verhindern konnte, ist ihren Kindern und Enkeln zur Freizeitbeschäftigung geworden: Die Beschäftigung mit Auschwitz. >>> download [HTML*]
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Text der Phase II - Redaktion Leipzig zum 8. Mai
Deutsche Befreiung
Am 8. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich vor den alliierten Staaten. Dem Fanatismus der nationalsozialistischen Führung und ihrer zahlreichen AnhängerInnen war es zu verdanken, dass die Kapitulation erst unterschrieben wurde, als Deutschland fast vollständig erobert worden und wirksamer Widerstand ein Ding der Unmöglichkeit geworden war. Die objektiv zu konstatierende totale Niederlage des Deutschen Reiches wurde selbstverständlich von der deutschen Bevölkerung auch subjektiv als solche begriffen. >>> download [HTML*]
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Redebeiträge der Redaktion Bahamas anläßlich der Demonstration zum 58. Jahrestag der Niederschlagung des Nazi-Faschismus am 8. Mai 2003 in Berlin unter dem Motto: „Ohne Befreiung keine Revolution!“
Nach dem Auftaktbeitrag folgen unten die Redebeiträge:
Vor der russischen Botschaft
Vor der US-Botschaft
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Flugblatt der Offenen Antifa Münster [OAM] zum 8. Mai
8. Mai 1945 - Tag der Befreiung
Mit der "bedingungslosen Kapitulation" Nazi-Deutschlands wurde am 8. Mai 1945 das dunkelste Kapitel der Menschheitsgeschichte beendet. Was mit dem Überfall auf Polen begann und im Krieg gegen die Sowjetunion und den Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden ihren Höhepunkt fand, endete für Europa in einem Trümmerfeld. Von Finnland bis nach Afrika, vom Atlantik bis vor Moskau und zum Kaspischen Meer hatten deutsche Truppen gewütet. Vor allem Osteuropa hatte unter der Nazi-Tyrannei zu leiden.
Januar 2005: Die NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag verlässt den Saal, als im Parlament im Rahmen einer Schweigeminute den Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft gedacht wird. Kurz darauf verkehrte die NPD mit der Bezeichnung der Bombardierung Dresdens als "Bomben-Holocaust" Täter und Opfer im Zweiten Weltkrieg.
Am 8. Mai 2005 will nun die NPD am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin aufmarschieren, um dort die nationalsozialistische Vertreibungs- und Vernichtungspolitik zu verherrlichen. Es gilt jedoch am 8. Mai den Opfern zu gedenken und in ihrem Sinne zu fordern: "Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung!" (Schwur von Buchenwald ) >>> download [PDF*]
Stuff

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den folgenden Preisen zu bestellen:
1- 9 Stück: 80 Cent/Stück
10-19 Stück: 60 Cent/Stück
20-99 Stück: 50 Cent/Stück
ab 100 Stück: 30 Cent/Stück
Meldet Euch bei Interesse hier: gruppe_casablanca@yahoo.de
Web Sonderseiten zum 8. Mai
http://www.antifa-hamburg.com/8mai.html
http://8-mai.antifaschistische-aktion.com/
http://www.achter-mai-2005.de/
http://www.mbr-berlin.de/termine0805.html
http://www.antifa-kok.de/8mai/
http://myblog.de/antifa-aktion
http://www.jungdemokraten.de/aktuell/aktion/8mai/index.htm
http://www.antifaschistisch-reisen.tk/
Veranstaltungen
Köln:

Demo zum 8. Mai:
60. Jahrestag der Befreiung von der deutschen Barbarei.
Köln 07.05.2005
Am 8. Mai 1945 jubelten und feierten die Menschen in Paris, London, Moskau, Krakau und Amsterdam, denn an diesem Tag kapitulierte Deutschland offiziell vor den Alliierten. Das Ende der deutschen Barbarei bedeutete die Befreiung von Millionen von KZ-Häftlingen, ZwangsarbeiterInnen, NS-GegnerInnen und Kriegsgefangenen. Sie waren diejenigen, die die Hölle in den Konzentrationslagern wie Auschwitz, Treblinka und Sobibor, die Todesmärsche, die Ausbeutung in Wirtschaft und Kriegsindustrie sowie die wahnsinnigen Euthanasieprogramme und Menschenversuche überlebten während über 40 Millionen Menschen, darunter auch 6 Millionen Jüdinnen und Juden, dem deutschen Vernichtungswahn zum Opfer fielen.
Start der Demo: 12:00 Uhr, Köln, Heumarkt. Mehr Infos bei never-again [antifaschistische gruppe bonn]
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Hamburg:
Veranstaltungsreihe der VVN-Hamburg - zum 60. Jahrestag der Befreiung; Mai - Juni
Der militärische Sieg über die deutsche Wehrmacht war die notwendige Voraussetzung zur Befreiung der Lager. Wer den 8. Mai 1945 auf den "Tag des Kriegsendes" reduziert, unterschlägt den verbrecherischen Charakter des Nazi-Regimes von der Shoah bis zum Vernichtungskrieg im Osten ebenso wie den gemeinsamen antifaschistischen Kampf von Millionen Menschen in den von der Wehrmacht besetzten Ländern und in Deutschland selbst. Auch wenn es heute wieder modern sein mag, mit der Charakterisierung der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus als "Niederlage" oder "Untergang" die Nazi-Perspektive zu popularisieren, wir bleiben dabei: Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung für alle, die nicht von Terror, Krieg und Holocaust profitiert haben.
Wenn heute wieder Faschisten in Parlamenten die Opfer verhöhnen und womöglich am 8. Mai in Berlin gegen die "Befreiungs-Lüge" marschieren, ebenen ihnen Stellungnahmen CDU-dominierter Gremien über "Millionen Deutsche, deren Leid mit dem 8. Mai begann" den Weg.
Mit den nachfolgend vorgestellten Veranstaltungen wollen wir in die Diskussion eingreifen und als Arbeiterjugendverbände und Organisationen, die dem Erbe des Widerstands verpflichtet sind, besonders Jugendlichen nahe bringen, was in fast allen Ländern Europas als Feiertag begangen wird: 8. Mai 1945 - Befreiung Europas vom deutschen Faschismus und Krieg >>> download Programm [PDF*]
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Münster:
Veranstaltungsreihe zum 60. Jahrestag der militärischen Zerschlagung Nazideutschlands.
Montag, 18. April
The Great Dresden Swindle
Nachdem der Parlamentsnazi und Historiker Jürgen Gansel Ende Januar den Begriff des »Bombenholocaust« im sächsischen Landtag fallen ließ, zeigte man sich allerorten schwer empört. Doch wollte man nicht nur die NPD, sondern auch die Befürworter und Apologeten ihrer politischen Inhalte und ihres Geschichtsbildes verbieten, es gäbe viel zu tun.
Denn die Rede von den Deutschen als »Opfer« des Zweiten Weltkriegs hat die dunklen Hinterzimmer der rechten Ideologen längst verlassen und offenbart sich im popkulturellen Mainstream von Martin Walsers »Moralkeule Auschwitz« bis zu Jörg Friedrichs »Der Brand«. Gerade in Anbetracht der zivilgesellschaftlichen Trauerrituale rund um den 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Februar 2005 wurde klar, daß die Gleichsetzung mit Rotterdam, Guernica und Coventry dann besonders betont wird, wenn sich hierüber die Verantwortung des deutschen Täterkollektivs für die Shoah relativieren lässt. Dementgegen will der Vortrag die Mythen deutscher Opferinszenierung am Beispiel der gesellschaftlichen Debatte um Dresden aufzeigen und kritisieren.
REFERENT: GUNNAR SCHUBERT (KONKRET)
ORT: STERNSTRAßE #31 // ZEIT: 20:00 UHR / MÜNSTER
Montag, 25. April
Antideutsche Klassiker
Als »Kollaborateure« oder »Volksfeinde« beschimpft, gingen einige wenige kritische deutsche Intellektuelle, Literaten und Künstler während der 30er und 40er Jahre ins Exil. Hier taten sie das, wovor die »Reichspropagandaleitung« besonders große Angst hatte: Sie hielten Reden im BBC, an die Deutschen, in der Zuversicht, das Vernunft und Menschlichkeit zurückkehre dorthin, wo nur noch im Gleichschritt marschiert und dem Führer zugejubelt wurde. Ihre Hoffnung scheiterte, und den Grund hierzu stellten amerikanische Psychologen heraus, die direkt hinter der Frontlinie ab 1944 die Deutschen in den besetzten Gebieten untersuchten.
Thomas Mann, Golo Mann, Ilja Ehrenburg, Ruth Klüger, Samuel Padover und viele weitere, die unter dem Faschismus litten, ihn bekämpften und seinen Untergang miterlebten, legten literarische Zeugnisse ihrer Erlebnisse und Erfahrungen ab. Aus diesen zeithistorischen Quellen wird vorgelesen.
LESUNG VON & MIT DER OFFENEN ANTIFA MÜNSTER (OAM)
ORT: STERNSTRAßE #31 // ZEIT: 20:00 UHR / MÜNSTER
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Potsdam / Berlin:
8. Mai Das Projekt "Die Himmlische Vier"

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Das Projekt wird die Fortsetzung eines anderen sein: der szenischen Umsetzung und Fortsetzung von Bertolt Brechts Legende vom toten Soldaten auf dem Schlachtfeld von Verdun, dem Soldatenfriedhof in Bitburg, dem Rhein und in der damaligen Hauptstadt Bonn. Ein gefallener deutscher Soldat wurde wieder ausgegraben und kriegsverwendungsfähig befunden, und das mehrfach, bis er in Bonn in sein eigenes Grab stieg. Dort blieb er aber nur ein Jahr und gelangte im Zuge der deutschen Einigung nach Berlin, wo er seitdem umherirrt.
2
Beim jetzigen Projekt liegt der tote Soldat zunächst auf der Treppe des Reichstags in Berlin. Er soll dann hineingetragen und aufgebahrt werden. Brechts Legende würde von seiner Tochter Hanne Hiob gesprochen werden. Währenddessen sind vor dem Reichstag mehrere schwarz gekleidete Herren mit zwei sowjetischen Panzern und einem LKW aufgefahren. Sie würden in den Reichstag gehen, unter Absingen eines russischen Soldatenlieds, den toten Soldaten mitnehmen und ihn zum Cecilienhof bringen, dem Ort des Potsdamer Abkommen von 1945.
In der Nacht sollen in Potsdam die Luftschutzsirenen heulen und Flakscheinwerfer den Himmel anstrahlen. Ein britischer Bomber soll auftauchen, aber anders als in der Nacht des 14. April 1945 keine Bomben abwerfen, sondern Zettel, auf denen die Ereignisse des nächsten Tags angekündigt werden.
Am nächsten Tag wird der tote Soldat beim Cecilienhof von Vertretern der Siegermächte Frankreich, Großbritannien, der UdSSR und den USA in Gewahrsam genommen und von ihnen zu der Stelle geschafft, wo in Potsdam die Garnisonkirche stand und sich heute eine Imitation des Glockenspiels aus der Garnisonkirche befindet. Dort soll er wieder begraben werden. Anschließend begeben sich die Vier zum ehemaligen Flughafen in Berlin, nach Gatow, und fliegen mit dem britischen Bomber davon.
3
Die Aktion, über deren Sinn sich jeder seine eigenen Gedanken machen wird, enthält viele spektakuläre Höhepunkte: das Auftreten im Reichstag, den Konvoi mit den sowjetischen Panzern, das Begräbnis eines Lebendigen, den Abflug in Gatow. Der Spektakulärste aber wird die Nacht in Potsdam sein, die mit dem britischen Bomber an die Zerstörung der Stadt zu Ende des letzten Weltkriegs erinnert.
Als Zeitpunkt für die Aktion ist der 8. Mai 2005 ins Auge gefasst.
Zur Seite des Projekts "Die Himmlische Vier"
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Berlin:
Kundgebung der VVN - 10.00 Uhr Sowjetisches Ehrenmal
Der 8. Mai bleibt und ist Tag der Befreiung
Mitglieder der Berliner VVN und viele Berlinerinnen und Berliner werden am 8. Mai am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow und anderen Orten der über 100.000 sowjetischen Soldaten und Offiziere ehrend gedenken, die bei der Befreiung Berlins vor 60 Jahren ihr Leben gaben.
Am 8. Mai 2005 um 10:00 Uhr sprechen auf der Kundgebung am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow Wladimir Kotenew, Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland; Moritz Mebel, ehemaliger Angehöriger der Roten Armee, VVN-BdA, DRAFD und Walter Momper, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses.
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Wien:
8. Mai Ein Fest der Befreiung
17 Uhr beim Mahnmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz
Am 8. Mai 2005 jährt sich zum 60. Mal die Zerschlagung der nationalsozialistischen Herrschaft. An diesem Tag feiern wir die Niederlage des deutschen Reiches, das Ende von Mord und Unterdrückung, die Befreiung der Gefangenen aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern und trauern um die Ermordeten der Shoah. Am 8. Mai feiern wir diejenigen und danken denjenigen, die diesem Treiben ein Ende setzten. Gleichzeitig bleibt aber das Entsetzen, dass die Niederlage der Nazis um so vieles zu spät erfolgte und dass essenzielle „Errungenschaften“ des NS bis heute weiterbestehen.
Die Alliierten, welche in Österreich und Deutschland 1945 die Einführung einigermaßen zivilisierter Zustände erzwangen, wurden als Besatzer gesehen. Die personelle Kontinuität nach 1945, das Buhlen der Parteien um die Stimmen der „Ehemaligen“ ist bloß ein Symptom für die ideologische Kontinuität. Resultate des NS, wie die Stiftung einer Volksgemeinschaft, ihre innige Beziehung zum Staat, korporative Strukturen (Sozialpartnerschaft, Volksparteien etc.), sowie dürftige Bemühungen, offenen Antisemitismus durch neue Formen wie den Antizionismus zu verdecken, bestimmen den Charakter der Nachfolgestaaten. Das Schweigen über die eigene Beteiligung an der Shoah wirkt einigend und entlastend; Österreich brachte zu diesem Zweck die Behauptung hervor, erstes Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein.
In diesem Jahr soll die nationale Mythenbildung hierzulande ein Revival erleben. Im Gedenkjahr 2005 steht alles im Zeichen des sich unschuldig wähnenden Nationalstolzes und der Selbstbeweihräucherung der österreichischen Seele. So steht in der Jubiläumsbroschüre der Bundesregierung: „Der zweite Weltkrieg hat über 25 Millionen Soldaten den Tod gebracht, weitere 20-30 Millionen Menschen haben als Opfer im Holocaust, bei Luftangriffen, im Widerstand, bei Vergeltungsmaßnahmen und auf der Flucht ihr Leben verloren.“ Der parteitreue Blockwart im Luftschutzbunker und der Vernichtungskrieg führende Landser werden auf eine Stufe mit den von ihnen Ermordeten gestellt. Wer vom grausamen Krieg redet, will von den konkreten Verbrechen der NationalsozialistInnen nicht sprechen am wenigsten vom Holocaust. Die durch das NS-Regime und seine zahlreichen HelferInnen Ermordeten müssen aber im Sinne einer entlastenden Versöhnung auch oft für moralisch selbstgefälliges Erinnern herhalten.
Eine vernünftige Aufarbeitung der Vergangenheit müsste der Täter-Opfer-Umkehr ein Ende bereiten und das Aufgehen in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft thematisieren. Im Gedenkjahr hätte auch der Umgang nach 1945 mit den Verbrechen des NS skandalisiert werden müssen dass dies der Fall sein würde, konnte jedoch angesichts der österreichischen Zustände niemand ernsthaft hoffen. Die NachfolgerInnen des NS, diesmal in Form der schwarz-blauen Regierung, sahen sich nämlich z.B. am Jahrestag des Novemberpogroms 2001 bemüßigt, davon zu sprechen, dass nicht nur Österreich, sondern die Österreicher erstes Opfer des NS waren. Nachstellungen der Bombennächte und die Idee, zum Gedenken an die Opfer des NS Kreuze auf dem Heldenplatz aufzustellen zeigen, wie hartnäckig sich der Opfermythos zum Zwecke der Schuldabwehr am Leben erhält. Damit sollen das spezifische Element des NS, sein rassischer Vernichtungsantisemitismus, sowie die eigene Verantwortung abgewehrt werden.
Dieser Antisemitismus verschwand nach 1945 keineswegs. Die oberflächliche gesellschaftliche Missbilligung offener antisemitischer Ausbrüche führte zur Herausbildung neuer Erscheinungsformen: Es durfte kritisiert werden, dass „die Juden“ immerzu vom Holocaust sprachen, ständig Entschädigung verlangten, nie ein Schlussstrich gezogen werden dürfe. Dieser „sekundäre“ Antisemitismus wird auf internationaler Ebene durch den Antizionismus ergänzt. Jenem Staat, der als Konsequenz aus dem Holocaust gegründet wurde, um Jüdinnen und Juden relative Sicherheit vor dem weltweiten Antisemitismus zu bieten, schlägt als dem „Juden unter den Staaten“ das Ressentiment entgegen. Seit der „Al-Aqsa-Intifada“, welche außer bei arabischen Staaten auch in der UNO, der EU und weiten Teilen der Antiglobalisierung- und Friedensbewegung Unterstützung findet, und anhand der Zunahme antisemitischer Ausschreitungen seit dem 11. September lässt sich ein „neuer Antisemitismus“ ausmachen, der sich an dem Zusammenfinden rechtsextremer, islamistischer und linker Positionen festmacht. Angesichts dieser globalen Bedrohung ist unbedingte Solidarität mit Israel als dem Staat der Shoah-Überlebenden und als Schutzmacht von Jüdinnen und Juden weltweit nicht nur die einzig logische Konsequenz auch ist es traurig und bezeichnend, dass dies immer wieder gefordert werden muss und keine Selbstverständlichkeit ist.
Der 8. Mai soll als jener Tag erinnert werden, an dem das großangelegte nationalsozialistische Projekt zur Vernichtung von Menschen um der Vernichtung willen erfolgreich zurückgedrängt worden ist. Wir erinnern daher an den Einsatz der US-amerikanischen und britischen Streitkräfte, der französischen Resistance, der PartisanInnenverbände, der Deserteure und aller WiderstandskämpferInnen, die gegen das nationalsozialistische Regime kämpften. Wir erinnern im Besonderen an den Einsatz der Roten Armee, die mit ihrem Beitrag zur Befreiung die größten Opfer hinnehmen musste. Aus diesem Grund treffen wir uns beim Mahnmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz, um die Niederlage des Nationalsozialismus zu feiern und gleichzeitig daran zu erinnern, dass die Möglichkeit der Barbarei ebenso fortwest wie die Verhältnisse, die sie schon einmal hervorbrachten.
Eine Veranstaltung von:
Anthropoid Innsbruck, Archiv der sozialen Bewegungen/Wien, Bund Werktätiger Juden Avoda, Café Critique, Context XXI, Grüne Alternative Jugend/Wien, Gewi-Fakultätsvertretung, Hashomer Hazair, HuS-Fakultätsvertretung, Infoladen X, Israelitische Kultusgemeinde, Jüdische Österreichische HochschülerInnen, KPÖ-GO Dogma, LIAB, Monochrom, Ökoli, Österreichische HochschülerInnenschaft, Studienrichtungsvertretung HuS Doktorat, Studienrichtungsvertretung Judaistik, Studienrichtungsvertretung Politikwissenschaft, Studienrichtungsvertretung Theaterwissenschaft, www.gegennazis.at.tf, www.juedische.at, Zecken, Zionistische Föderation Österreich, ZPCL der B’nai B’rith
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Dessau:
Samstag 7. Mai - Antifaschistische Demonstration
Am 08. Mai 2005 jährt sich zum sechzigsten Mal die bedingungslose Kapitulation der verbrecherischen Deutschen Wehrmacht. Der 08. Mai 1945 besiegelte die militärische Niederlage des Nationalsozialismus. Im wörtlichen Sinne befreit wurden im Mai 1945, oder einige Monate davor, die Opfer der Nationalsozialistischen Vernichtungspolitik: die am Leben gebliebenen Juden, KZ-Häftlinge, ZwangsarbeiterInnen und Kriegsgefangene. Als Tag der Befreiung sah die größte Mehrheit der deutschen Volksgemeinschaft dieses Datums nicht an.
Der Antisemitismus war omnipräsenter Bestandteil der Gesellschaft. Hunderttausende der normalen Deutschen beteiligten sich aktiv und wissentlich an der Shoa und dem Massenmord an den Sinti und Roma.
Auch heute noch ist es im Verständnis des deutschen Bürgergesellschaft durchaus legitim, den „Opfern des Bombenkrieges“ zu gedenken.
Hier nochmal alle Facts:
Demonstration gegen Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus
Dessau 07.05.2005
Treff: Marktplatz (Rathausvorplatz) 18:00 Uhr
Infoline: 0152 / 04 81 52 46
>>> download Flyer [PDF*] >>> downolad Aufruf [HTML*]
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Antifascist Action 8. Mai 2005
Berlin 8. Mai: Gegen den NPD Aufmarsch
Den Aufruf von Kritik & Praxis [KP] Berlin findet Ihr hier.
mehr Infos demnächst...
Remagen 8. Mai: Naziaufmarsch wegrocken!
Am 8.Mai 2005 wollen Neonazis in Remagen einen Gedenkmarsch „für die in den alliierten Rheinwiesenlagern ermordeten Soldaten, Frauen und Kinder“ abhalten und „gegen alliierte Kriegsverbrechen“ demonstrieren. Der Aufmarsch in Remagen (zwischen Bonn und Koblenz) soll der Auftakt einer Reihe von weiteren Demonstrationen, wie z.B. am 28.Mai in Marienfels bei Koblenz, sein.
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