Diskussion: The Antifa Chainsaw Massacre - Nachtrag zur Antifadebatte / Oktober 2005

Neben unserem ersten Text sind bisher vier Beiträge zur aktuellen Antifadebatte in dieser Zeitschrift erschienen. Im Folgenden sollen die Texte der Autonomen Antifa [F] und der Antideutschen Kommunisten Berlin erörtert werden. Die Autonome Antifa [F] begab sich auf die Suche nach einem "Nichtort", wobei es ihr immerhin gelungen ist, dessen Position ungefähr zu "skizzieren". Der "Nichtort" liegt nicht in Erfurt und nicht auf den Bahamas. Die Antideutschen Kommunisten Berlin wollen, dass sich die Antifa zur wirklich "revolutionären Kraft mausert", und nicht in ihrer "prärevolutionären Haltung" verharrt. Es wird zu klären sein, wie die idyllische Landeshauptstadt Thüringens, das tropische Inselparadies in der Karibik und Haltungsdefizite von so entscheidender Frage sein konnten, wenn über den Standpunkt der Antifabewegung diskutiert wird

Diskussion: Antifa 2004 - Quite a Feeling, Quite a Relief, Quite a Mess / März 2005

Wie aber kann mit den ständig wiederkehrenden ideologischen Kampagnen, die auf den Nationalsozialismus rekurrieren, umgegangen werden? Mit Rücksicht auf die Schwäche ideologiekritischer und kommunistischer Assoziationen ist vielleicht eine Beschränkung auf einige wenige Anlässe von Nöten. Manifestationen also, deren Kritik die völkische Formierung auch im Kern treffen könnte. Dies ist beispielsweise bei geschichtspolitisch zentralen Events wie den anstehenden 60. Jahrestagen 2005 - der Bombardierung Dresdens, der Befeiung Auschwitz oder dem 8. Mai - gegeben, nicht im Sinne eines Mitmachens oder kritischen Gestalten-Wollens, sondern als klare Antipode zum postnationalsozialistischen Staat und seiner Gesellschaft. Ob die Auseinandersetzung mit der Bewegungslinken über Antiamerikanismus, Antisemitismus und völkischen Wahn besonders lohnt, überlassen wir der Willkür des Betrachters. Prinzipiell ist aber nicht einsichtig, warum die Auseinandersetzung um diese Themenfelder von antifaschistischen Gruppen in der Linken geführt werden sollte. In der übergroßen Mehrzahl besteht bei der Bewertung oben genannter Punkte kein qualitativer Unterschied zwischen dem einfachen Volksgenossen und dem Otto-Normal-Linken. Auch die Kritik am politischen Islam und dessen enge historische und politische Verknüpfung mit dem Nationalsozialismus stellt einen weiteren Ansatzpunkt antifaschistischer Arbeit dar. Ein praktischer Ausdruck dieser Kritik ist die Solidarität mit Israel. Und es sollte selbstverständlich sein, dass die Kritik der Deutschen Ideologie in antifaschistischen Gruppen auch theoretisch fortgesetzt wird.

Flugblatt: Eine Kiez-Fatwa bestätigt: Kein Rederecht für Islam-Kritiker / Februar 2005

Umso dringlicher ist es, gegen die linken Kollobarateure des Tugendterrors eine Forderung, auf die es nach der Hinrichtung von Hatun Sürücü ankommt, in aller Kompromißlosigkeit zu pointieren:

Kizlarin ve kadinlarin temel hakklari icin özgürlügü seven insanlar olarak yan yaninda islamciligina karsi mücadele edelim!

Zu deutsch: Laßt uns, als freiheitsliebende Menschen, Seite an Seite für die Grundrechte der Mädchen und Frauen gegen den Islamismus kämpfen!

Presseerklärung: Aktion zur Deutschen Bahn AG anläßlich Auschwitz Liberation Day / Januar 2005

Die heutige Aktion hätte auch an einem anderen Datum, bei einem anderen deutschen Unternehmen stattfinden können. Dass erst der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz und eine französische Initiative zusammenkommen müssen, um für solch ein selbstverständliches Anliegen überhaupt so etwas wie Öffentlichkeit zu erlangen, wirft ein bezeichnendes Licht auf die deutschen Verhältnisse.

Flugblatt gegen eine Veranstaltung mit Tariq Ramadan & U. Steinbach in Hamburg / Dezember 2004

Anläßlich der 50 Jahr-Feierlichkeiten der deutschen Muslimliga wird am 4.12. in der Patriotischen Gesellschaft wieder einmal ein europäisch-islamischer Dialog stattfinden. Eingeladen sind altbekannte, der Leiter des Deutschen Orient Institutes, Dr. Udo Steinbach und der „Pop-Star des Islam“ (FAZ) Tariq Ramadan, die wieder einmal versuchen klarzumachen, daß die Wertevorstellungen eines 'erneuerten' Islam mit denen der westlichen Zivilisation kompatibel seien.

Presseerklärung: Protest gegen die offiziellen Feierlichkeiten zum 3. Oktober / Oktober 2004

Neben der Demonstration gab es auch bei den Feierlichkeiten in der Erfurter Innenstadt Proteste gegen die Zumutungen des deutschnationalen Wahns. Von all den Veranstaltungen, welche teils mehr, teils weniger zu offenkundigen Zurschaustellungen deutscher Borniertheit gerieten, war die offizielle Präsentation der Bundesverteidigungsministeriums das Ziel unseres Protestes.

Text: Zur Geschichtspolitik des Hamburger Instituts für Sozialforschung / März 2004

“‚1945‘ ist dabei, zur Chiffre eines neuen Leidens-Gedächtnisses der Deutschen zu werden, das sich [...] neben das Schuld-Gedächtnis setzen wird, wenn nicht sogar an seine Stelle”, schrieb kürzlich die Süddeutsche Zeitung (30.10.03). Der nationalsozialistische Grund für ihre Flucht vor sowjetischen Soldaten und angloamerikanischen Bomben scheint den Deutschen entfallen zu sein. Die “Gleichzeitigkeit der vier großen Reizthemen Bombenkrieg, Gefangenschaft, Vertreibung und Vergewaltigung” läßt eine Renaissance altbraunen Revanchismus‘ vermuten. Die neue Konjunktur deutschen Leidens begann mit Jörg Friedrichs Buch “Der Brand” und Grass‘ “Im Krebsgang”; sie wird mit der Errichtung eines “europäischen Zentrums gegen Vertreibungen” nicht enden.

Erklärung zu den antisemitischen Ausschreitungen auf einer Antifa-Demonstration / Februar 2004

Auf der Anti-Nazi-Demo in Hamburg am 31. Januar 2004 wurde eine Gruppe von AntifaschistInnen mit Israelflaggen sowie Fahnen der alliierten Siegermächte von dem vorderen Teil der Demonstranten gewalttätig aus der Kundgebung geworfen. Dies geschah durch “Hamburger Zusammenhänge”, die nun beklagen, dass sie von Antideutschen provoziert und angegriffen worden seien, was zu einer Gefährdung der Demo geführt hätte. Erwähnt sei hier nur, dass der nachfolgende Knüppeleinsatz der Polizei sich gegen die aus der Demo geprügelten israelsolidarischen GenossInnen wendete, in Folge dessen mehrere von ihnen fest- beziehungsweise in Gewahrsam genommen wurden. Die mittlerweile in der Hamburger Linken durchgesetzte Sprachregelung, dass es sich beim Tragen der israelischen Fahne um eine “Provokation” handele, wird gestützt mit dem Verweis auf einen Beschluss, “keine Nationalstaatsfahnen” auf der Demo zu tragen. Es zeichnet sich somit eine Diskussion um vermeintliche Regelverstöße und andere Demoformalitäten ab, die von der politischen Dimension dieser Übergriffe und daraus zu ziehenden Konsequenzen ablenkt. Im folgenden geht es darum thesenartig inhaltliche Mindeststandards zu benennen; es handelt sich hierbei um Basisbanalitäten

Presseerklärung: Zum Protest im Metropolis Kino am 3.2. 2004 / Februar 2004

Noch nie zuvor ging eine Gedenkstättenleitung soweit, das Trauma der Opfer des Nationalsozialismus mit dem „Schock“ (Ostpreußenblatt) von freiwillig angetretenen Bundeswehrsoldaten zu vergleichen, den diese bei einem Angriffskrieg gegen Jugoslawien oder beim Auslandseinsatz im Kosovo oder in Afghanistan erleben können.

Flugblatt: Zu einer Veranstaltung des Begleitprogramms der Wehrmachtsausstellung / Februar 2004

Es sollte knapp 60 Jahre und zwei Wehrmachtsausstellungen dauern, bis die 55.000 ermordeten KZ-Häftlinge von Neuengamme als Material für psychotherapeutische Zwecke der Nachfolgeorganisation der Wehrmacht eingesetzt werden konnten. Am heutigen Abend soll in Hamburg, unter dem Titel: "Werden Bundeswehrsoldaten auf psychische Belastungen bei Auslandseinsätzen vorbereitet?" darüber diskutiert werden, inwieweit Bundeswehrsoldaten auf die "zunehmenden Auslandseinsätze" vorbereitet werden.

Aufruf: GAME OVER KRAUTS! - Gegen den Naziaufmarsch am 31.01. 2004 / Januar 2004

Am 31.01.2004 wollen Nazis durch Hamburgs Strassen marschieren um gegen die Wehrmachtsaustellung des Hamburger Institutes für Sozialforschung (HIS) zu demonstrieren. Überall, wo sie öffentlich auftreten, gehören sie bekämpft, da die Affirmation des Nationalsozialismus das offensivste Bekenntnis zu Deutschland und gegen die Menschheit ist.

bad weather [antifaschistische gruppe hamburg]

Aufruf zum 31.01.2004 (pdf) Plakat

Flugblatt der Gruppe "Friends of Winston": Dichter und Henker / Oktober 2003

Aus literarischen Gründen geht halt niemand zu Walser; man erwartet „Radikalität“ ganz anderer Art. Letztes Jahr war es die gegen Marcel Reich-Ranicki gerichtete antisemitische Mordphantasie „Tod eines Kritikers“, die die Bewunderung des Publikums für den „Mut“ hervorrief, mit dem Walser Meinungen verbreitet, die massenweise Zuspruch finden. Fünf Jahre zuvor hatte Walser anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels „vor Kühnheit zitternd“ verkündet: „Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung.“.

Presseerklärung: AntifaschistInnen besetzen HVV Zentrale / Juli 2003

So ergänzen sich die Politik des Senats und der Neonazis. Die einen behindern durch ihre Kürzungen die Mobilität der Schwächsten, die anderen dürfen auf Demonstrationen (zu welchen sie mit HVV Sonderbussen und Bahnen gefahren werden) gnadenlos gegen, wie es im Jargon der Nazis heißt, „Asoziale“ und „Sozialschmarotzer“ hetzen.

Redebeitrag: Antifaschistische Demonstration in Dortmund / Juli 2003

In der Gesellschaft, die das notwendig falsche Bewusstsein erzeugt, hat alles seinen Preis. In Deutschland hat die Antifa den Bruch mit der Volksgemeinschaft mit gesellschaftlicher Marginalität bezahlt. Kein zu hoher Preis für den eigenen Kopf und die Fähigkeit, in ihm überhaupt noch einen Gedanken zu entwickeln.

Flugblatt gegen eine Israel Boykott Kampagne / Juni 2003

Im April des Jahres 2002 erschien in der britischen Tageszeitung „Guardian“ ein offener Brief, der dazu aufrief, Israel auf kultureller und wissenschaftlicher Ebene zu isolieren. Unterzeichnet wurde der Brief anfangs von 125 vornehmlich britischen Akademikern. Bestehende Verbindungen mit Israel aus wissenschaftlichen Bereichen sollten sowohl auf nationaler, wie auch auf europäischer Ebene abgebrochen werden.

Flugblatt zum Golfkrieg / April 2003

Wie hältst du es mit dem Krieg? Diese in den letzten Wochen zum Standard verkommene, rhetorischen Frage könnte mit einer Gegenfrage beantwortet werden. Welcher Krieg? Der weltweit herrschende, kapitalistische Ausnahmezustand oder einen der vielen Kriege im gott- und friedensbewegungsverlassenen Afrika? Aber diese Frage wird nicht gestellt, weil wirklich eine Antwort erwartet wird, sondern um die bellizistische Spreu vom emanzipatorischen Weizen zu trennen. Frei nach George Bush junior wird in Teilen der friedensbewegten Linken geschlussfolgert: Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Bei diesem Spielchen machen wir nicht mit. Es gibt mehr als genug Gründe, die deutsche Friedensbewegung nicht zu unterstützen, die offensichtlichsten sind ihr unverhohlener Nationalismus und ihr unbändiger Hass auf die USA.

Offener Brief an die GWA St. Pauli Süd
Hamburg - 17|06|2008
MP3: Neoliberalismus und Autoritärer Staat
Äther - 31|05|2008
ab 22.05. >>> Israel Filmtage von BAD WEATHER
Hamburg - 22|05|2008
Kongress: "Deutschlandwunder" - Wunsch und Wahn
Bremen - 09|05|2008
Hinweis: Radiosendung "Neoliberalismus und Autoritärer Staat
Äther - 26|03|2008
13. Feb. 2008 - Dresden "Selber schuld!"
Dresden - 13|02|2008
29. bis 30. September: Iran Symposium in Wien
Wien - 29|09|2007
BAW durchsucht erneut Wohnungen wg. § 129a Verfahren
Norddeutschland - 13|07|2007
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