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Presseerklärung /// Kurzfristige Besetzung eines Gebäudes der Deutschen Bahn AG in Hamburg-Altona /// Bahn weigert sich Ausstellung über deportierte und ermordete Kinder zu präsentieren.


Deine Mutter wäre

Wie all die andern Mütter

Mit den Kindern gegangen

Hätte sie an der Hand gefaßt

Die Weinenden besänftigt

Ihnen das Haar glattgestrichen

Einen Pullover zurechtgezupft

In dem Gewühl

Hielten sie ihre Kinder hoch

Sie sollten noch einmal Luft schnappen

Das Gas brach aus der Decke

Traf sie zuerst.


Dünne Kinder waren da und dicke

Braunäugige Kinder blauäugige grünäugige großäugige Kinder

Man würde meinen

Die Kinder zu töten

War schwer

Es war leicht

Man warf sie in die Luft zu Schießübungen

Schlug ihre Köpfe an die nächst beste Mauer

Oder legte sie sich übers Knie

Brach das Rückgrat knacks wie Zweige

Die Glückspilze gingen mit ihren Müttern ins Gas.

Lily Brett ///Auschwitz Poems,



„(...) die Bahn ist ein Verkehrsmittel, das gerade Kindern viele Möglichkeiten bietet. Darum ist das Engagement für die jüngsten Verkehrsteilnehmer bereits seit langem selbstverständlicher Bestandteil des Unternehmens.“

Bahn-Onlinewelt für Kinder /// www.bahn.de

Am Nachmittag des 27. Januar 1945 betraten die ersten Soldaten der Roten Armee Auschwitz. Damit war dem Morden im größten Vernichtungslager, dass die Deutschen errichtet hatten, endgültig ein Ende gesetzt. Doch auch die Befreiung „kann nicht aufheben was geschehen ist“(Detlev Claussen). 60 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz sind wir weder zum Mahnen noch zum Erinnern gekommen. Was sollten wir auch mahnen in einem Land, welches den Opfern und Angehörigen der deutschen Vernichtungswut, etwa den NS-Zwangsarbeitern, auch jetzt noch frech ins Gesicht lacht? Woran sollten wir erinnern in einem Land, in dem selbst die Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden dazu missbraucht wird, wieder vom deutschen WIR zu fabulieren und aus einer halluzinierten „vorbildlichen Aufarbeitung“ deutscher Geschichte die Legitimation für die Bombardierung Jugoslawiens gebastelt wird. Wo aus einem Mehrwert an Moralität den Opfern von einst ein Strick gedreht werden soll und den Befreiern wie den USA der „Bombenholocaust“ (Jörg Friedrich und die NPD Fraktion im sächsischen Landtag) am deutschen Opferkollektiv vorgeworfen wird.

Wir sind am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in ein Verwaltungsgebäude der Deutschen Bahn (Museumsstraße) in Hamburg gekommen, um unseren Protest gegen die Weigerung der Deutschen Bahn AG auszudrücken, eine Ausstellung über 11.000 deportierte und ermordete französische Kinder in ihren Bahnhöfen zu präsentieren. Diese 11.000 Kinder wurden, zwischen 1942 und 1944, auf dem Schiennetz der Reichsbahn nach Auschwitz deportiert.

Wir nehmen mit dieser kleinen Aktion ausdrücklich Bezug auf den „Offenen Brief an die Deutsche Bahn AG“ von den französischen Ausstellungsmachern um die Gruppe ,,Fils et Filles des Juifs Déportés de France"/F.F.D.J.F. und deren Repräsentantin Beate Klarsfeld. Wie es in einem Schreiben der Deutschen Bahn AG heißt, „fehlen“ der Deutschen Bahn ,,sowohl die personellen als auch die finanziellen Ressourcen", um die angebotene Ausstellung zu übernehmen. Hierzu erklärte Frau Beate Klarsfeld in einem Interview: ,,Das Unternehmen sponsort mit viel Geld die Fußballweltmeisterschaft 2006" und ergeht sich in unglaubwürdigen Ausflüchten. Die heutige Aktion hätte auch an einem anderen Datum, bei einem anderen deutschen Unternehmen stattfinden können. Dass erst der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz und eine französische Initiative zusammenkommen müssen, um für solch ein selbstverständliches Anliegen überhaupt so etwas wie Öffentlichkeit zu erlangen, wirft ein bezeichnendes Licht auf die deutschen Verhältnisse.

Sprecherin für die Gruppe: Carla MacManoman



V.i.S.d.P.: Esther Landsberg, 45 rue de la Liberation, Paris, 78356 FRANCE
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Weiterführende Links:

Der Offene Brief an die Deutsche Bahn AG


Interview mit Beate Klarsfeld, Repräsentantin der FFDJF


Der Zuglauf der Reichsbahn nach Auschwitz


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Fotos der Aktion